Osterbrief 2020 von Marion Walsmann
M Walsmann Jpg

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich grüße Sie zu diesem so ganz anderen, besonderen Osterfest sehr herzlich.

Corona verändert die Welt, zwingt uns zur Distanz zwischen den Menschen. Wir folgen den Empfehlungen, weil wir weder andere noch uns gefährden wollen. Aber das verlangt uns auch eine Menge ab: Kraft, Energie und Vertrauen.

Viel lieber hätte ich meine Ostergrüße in der persönlichen Begegnung überbracht. In diesem Jahr bringe ich Ihnen meine herzlichen Ostergrüße auf diesem Weg und winke Ihnen symbolisch zu.

Was uns vertraut und wichtig ist, das geht alles an diesem Osterfest nicht: Ausflüge, Osterurlaub, Osterbesuche bei Freunden oder Verwandten. Das ist hart, aber notwendig. Doch: Die Osterfeiertage fallen nicht aus. Aber sie sind im Zeichen der Coronapandemie in diesem Jahr anders als sonst. Ohne öffentliche Gottesdienste, ohne große Osterfeiern, ohne Publikum, im Internet, oder sogar aus dem Auto. Den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ gibt es vor dem leeren Petersplatz. Die so schönen Feiern von Tischabendmahl an Gründonnerstag bis zum Familiengottesdienst am Ostersonntag werden uns fehlen.

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“. Mit diesem Gruß begrüßen sich am Ostersonntag weltweit die Menschen. Wie gern hätten wir auch in diesem Jahr gemeinsam das Licht der Osterkerze zum Altar in unsere Kirchen getragen.

Doch gerade heute in der Coronapandemie steht Ostern für Hoffnung, für Mut und Zuversicht in schwieriger Zeit. Mehr denn je brauchen die Menschen heute weltweit Solidarität, gegenseitige Hilfe, Gemeinsinn. Auch wenn soziale Isolation aus medizinischen Gründen notwendig ist, darf niemand allein gelassen werden.

Stellen wir daher auch in der Politik wieder verstärkt die Wertefragen. Mehr Gottvertrauen, mehr Demut, mehr Bescheidenheit, mehr Respekt vor der Schöpfung, mehr Einklang mit der Natur, mehr Achtsamkeit unter den Menschen, das sollte die Lehre aus Corona sein. Nur gemeinsam können wir die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen und Herausforderungen der Coronapandemie bewältigen.

Unser Dank und unser Respekt gelten den Helden der Coronakrise: die dieses Land unser Land jetzt am Laufen halten, dem medizinischen Personal, den Ärzten und Pflegekräften, den vielen Ehrenamtlichen und all den Kräften, die uns die Güter des täglichen Bedarfs ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen in diesem Jahr in kleinem Kreis Ihrer Lieben frohe Ostertage. Bleiben Sie gesund!

Mit österlichen Grüßen
Ihre Marion Walsmann